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Überführung von der Krückau zur Insel Juist

Moin an alle Catbootsegler,

ich bin auf der Insel Juist gebohren und dort aufgewachsen. Bis 2024 habe dort gelebt. 
Ich bin im Watt groß geworden. Ich hatte 14 Boote. Davon waren 4 Segelboote. Mein "letztes" Boot, eine Sloep, habe ich im Frühjahr 2025 verkauft! Mit 79 Jahren war alles nicht mehr so einfach, inzwischen lebte ich in Emden.
Dann sah ich die Anzeige vom Catboot NORDERPIEP III.
Ich hatte 50 Jahre nach einem Catboot gesucht!
Ich lernte den Besitzer Udo kennen, machte ein Treffen mit ihm aus und sah mir das Boot an.
Als Malermeister hatte ich auf Juist eine Farbenhandlung und habe so manches Boot mit der Hand lackiert. Das Boot war trotz den Alters in einem sehr guten, gepflegten Zustand.
Wir haben uns geeinigt und nun habe ich endlich eine Seezunge! Ich habe das Boot in Seester an der Krückau im Wasser übernommen, es hergerichtet und dann in 12 Tagen Fahrt nach Emden überführt. Es war immer nur Nachts eine geeignete Tiede, man fährt von Ost nach West immer über den Flutkamm in die Ebbe, daher die lange Fahrt. Der erste Schlag ging in die Nordsee, bis es keinen Handy Empfang mehr gab und die ersten Windmühlen aufkamen. Von Helgoland konnte ich das Oberland sehen.
Der Landfall war dann bei Minsener Oog, mit trocken fallen südwestlich nahe bei der Insel.
Am frühen Morgen dann kurze Weiterfahrt ans Ende von Wangerooge mit einer Ruhepause bis zum Abend. Unter Motor, ich hatte in Seester einen 9,9 PS AB "regelwidrig" (das macht man nicht bei einem Catboot!!!) zu meiner Sicherheit angebaut, der war von meiner Marko übrig geblieben. Es war die Arbeitsausführung mit großer Arbeitsschraube. Der schiebt das Boot mit 7 Knoten sehr leise, mit geringem Spritverbrauch durch das Wasser. Nur, anlegen kann man damit nicht! Er zieht das Boot in eine Kurve. Da wird der alte Diesel, ein Sabb, gestartet, der bläst das Ruder an, dann dreht das Boot auf der Stelle!
Mit dem Verstellpropeller muß man den Umgang üben!!! Geht so mittlerweile.
Nach je einer Nacht in Langeoog und Juist dann Weiterfahrt, mit Zwischenstop bei Lütje Hörn, schönes Segeln mit  5 Knoten in Richtung Emden. Bei der Knok, nach einsetzender Ebbe mußte ich dann aufgeben, über 5 Knoten Strom, keine Fahrt über Grund! Beim riesigen Betonsteg an der Knock kann man in dessen Windschatten sehr gut ankern. Am nächten Morgen, mit Flutstrom von hinten, in etwas über einer Stunde nach Emden "geflogen"....
Die Nesserlander Schleuse stand offen, schnelle Schleusung, nun liegt das tolle Boot an der Halbinsel DÜVELS HOEG am Steg im neuen Heimathafen. Eine Reise durch Holland konnte ich auch noch machen, zum Shanty Chor Treffen in Apingedamm, Gronigen, Lauwermeer, von dort in die Nordsee, Borkum, Emden, Termuntersiel, Westerems bei Windstärke 6 !!!D as Boot macht bei dieser Breite kein Wasser an Deck, es ist erstaunlich. Mein leztes Segelboot war ein Pinguin, war auch gut  seetüchtig, das Catboot steckt es besser weg!
So nun zum Schluß nur noch den Mast "ziehen", durch die Kesselschleuse ins Hinter Tief und zu meinem Haus mit 2 eigenen Häfen. Dann kann die Winterpause kommen.
Der nächste Sommer kommt bestimmt! Darauf freue ich mich! Als  kerngesunder Insulaner werde ich hoffentlich noch mit 79 Jahren schön segeln können???
Danke, lieber Udo, das Du mir das noch ermöglichst hast..............

Handbreit Gerrit von Juist

Die Norderpiep III hier noch mit seinem früheren Eigner Udo Dargusch am Ruder

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